Kunst für alle - Der internationale Durchbruch

MÄCKLER: 1981 interessierte Sie der österreichische Fußballstar Hans Krankl. Wie kommt das?

HELNWEIN: Ja, es war ein Punkt erreicht, an dem meine Art zu malen in Österreich irgendwie ein Markenzeichen geworden war... Die verwundeten Kinder waren ein Markenzeichen geworden, dafür war ich bekannt, und das war mir unangenehm.
Ich habe gemerkt, in dem Moment, wo etwas anfängt fest zu werden, wo alle Leute in Übereinstimmung damit gehen, wo man ein "Label" verpaßt bekommt, in einer Schublade landet, werde ich unruhig - und will raus. Das, wovon viele Künstler träumen, daß sie ein Markenzeichen etablieren, an dem sie erkannt werden und das sie nun endlich reproduzieren können bis zum Lebensende - was der Kunstmarkt sehr gerne hat -, war mir entsetzlich unangenehm, ich habe mich eingesperrt gefühlt und wollte raus, wollte etwas ganz anderes machen.
Ich überlegte damals, welches Thema interessiert die Österreicher eigentlich wirklich - objektiv? Ich habe mir halt die Kronenzeitung angeschaut und gemerkt, das Thema Nr. 1 in Österreich war damals der Hans Krankl - ein erstaunliches Phänomen. Sein Bild war auf dem Cover, in den Gesellschaftskolumnen und auf zwei Seiten Sport wurde über ihn geschrieben - überall zur gleichen Zeit.


(Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Maeckler,Verlag C.H.Beck, Seite 75)



Der Hans Krankl war für Österreich so ein Simon Bolivar. Dem ist es nämlich gelungen, Deutschland aus der Fußballweltmeisterschaft hinauszuschießen. Das weiß in Deutschland zwar niemand mehr, aber die Österreicher erinnern sich sehr genau daran. Für Österreich war das ein Triumph ohnegleichen. Österreich stand immer im Schatten Deutschlands: Man merkt das vielleicht nur, wenn man in Österreich lebt, aber die Österreicher mögen die Deutschen eigentlich nicht. Ich habe mich immer gewundert: Die Deutschen kommen als Touristen nach Österreich, freuen sich über die lustigen Einheimischen, hauen ihr Geld mit vollen Händen zum Fenster hinaus und merken nichts. Und die Österreicher verachten sie eigentlich. Und es hat mich immer gewundert, daß die Österreicher in Deutschland so gut angeschrieben sind, denn umgekehrt ist das überhaupt nicht der Fall. Und daher: Für Österreich war das wichtig und von großer Bedeutung - der Hans Krankl war der Erlöser, Erretter, ein Prinz Eugen, der den deutschen Riesen getötet hat. Die Österreicher sind zwar auch nicht weitergekommen in der Weltmeisterschaft, aber sie hatten Deutschland rausgeworfen. Krankl war der Bomber der Nation. Das interessierte alle, okay, gut. Und da hab' ich mir gedacht, das wäre ein Thema für ein Bild.
Ich habe immer auch mit Vorliebe Dinge gemacht, von denen ich wußte, sie verstoßen gegen alle Regeln der etablierten Kunst. Und das war gegen alle Regeln der Kunst! Erstens mal einen Fußballer zu malen - und dann als Titelblatt der Kronenzeitung. Da wußte ich, das ist Selbstmord. Und da habe ich das gemalt; es wurde ein Schlüsselbild für Österreich, glaube ich.
Hunderttausende haben darauf reagiert, Kinder, Jugendliche, alle wollten zu mir kommen, reden, fragen; Geschenke, Zeichnungen hab' ich gekriegt, ganz erstaunlich war das: "Danke, daß du den Hansi gemalt hast." Auf der Straße haben sie gesagt: "Das ist der Krankl-Maler, schau, da geht der Krankl-Maler." Da war ich halt der Krankl-Maler. Es ging um andere Werte, aber irgendwie fand ich diese Trivialwelt, die Alltagswelt ehrlicher als die der Intellektuellen. Dieses kleine Ghetto der Intellektuellen, in dem sie sich die Welt ausdenken, fand ich immer viel unehrlicher und verlogener, ehrlich gesagt, als das, was sich auf der Straße abspielt. Und das hat mich viel mehr interessiert. So kam es zum Krankl, und als nächstes malte ich den Peter Alexander. Einfach erstaunlich: niemand traute mir das zu, auch die Kronenzeitung nicht: "Aber Sie müssen verstehen, Herr Helnwein, bei allem Respekt, aber wir können natürlich hier nicht etwas Sozialkritisches oder Satirisches machen." - "Das will ich gar nicht. Das wird ein ganz normales Porträt." - "Wirklich?" - Da hab' ich den Peter Alexander gemalt. Und da wußte ich natürlich, daß ich damit von der Kunstszene exkommuniziert war, das war klar. Wirklich ausgestoßen und verdammt - das war ein schönes, gutes, ein bereinigendes Gefühl.


(Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Maeckler,Verlag C.H.Beck, Seite 76)



MÄCKLER: Aber sind nicht gerade solche Gestalten wie Peter Alexander die Helden der Regression, die Stützen des Spießertums, die Sie "verewigen"?

HELNWEIN: Es gibt zwei verschiedene Gesellschaften. Wir leben wirklich in einer kulturellen Apartheid-Situation. Deshalb sagte ich mal, ich komme mir vor wie der Nelson Mandela der Bildenden Kunst. Stellen Sie sich vor, es gibt eine Welt, in der die Leute den Namen Joseph Beuys noch nie in ihrem Leben gehört haben - ganz zu schweigen von Sol LeWitt oder James Lee Byars. Und das sind wahrscheinlich 99% der Weltbevölkerung.
Auf der anderen Seite gibt es die kleine elitäre Priesterschaft der Hochkunst, weit abgehoben von den gewöhnlichen Sterblichen; eine esoterische Welt, in der so gewöhnliche Dinge wie Leben, Emotionen und dergleichen keinen Platz haben - der Olymp der Experten, die alles wissen und alles durchschauen und nie irren; Leute, die zwar selber keine Bücher schreiben, Bilder malen, singen oder tanzen können, aber genau wissen, wie's geht, und genau wissen, was Künstler alles falsch machen; Leute, die sich zu Tode wichsen, wenn irgend jemand zum hundertsten Mal in einer großen leeren Halle drei Ziegelsteine auf den Boden legt oder eine Neonröhre "installiert". Das ist für mich wahres Spießertum, und da sind mir die Emotionen, die ein Peter Alexander bei meiner Mutter auslöst, beim Arsch lieber.


(Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Maeckler,Verlag C.H.Beck, Seite 78)



MÄCKLER: Zu den famosen Männern der österreichischen Nation gehörte auch Niki Lauda, über Sie und ihn wurde sogar ein Film gedreht: Helnwein malt Lauda (1982). Haben Sie ihn als Rennfahrer porträtiert oder weil er Österreicher ist?

HELNWEIN: In Österreich war Lauda neben dem Krankl der große Held, die Überfigur, der die minderwertigkeitskomplex-beladenen Österreicher aufgerichtet hat. Er ist dreimal Weltmeister der Formel I geworden. Dann kommt noch der Märtyrer-Aspekt dazu, daß er, halb verbrannt, trotzdem nicht aufgibt und die Welt besiegt.

MÄCKLER: Eine Figur, die Sie also faszinieren konnte?

HELNWEIN: Ja, ich fand ihn schon interessant.

MÄCKLER: Weniger wortgewaltig scheint er mir aber zu sein als H. C. Artmann. Wie kam es in diesen Jahren zur Begegnung mit ihm?

HELNWEIN: H. C. Artmann habe ich aufgesucht: Von ihm las ich schon in meiner Jugendzeit Gedichte, etwa med ana schwoazzn dintn (1958). Seine Dialektgedichte, die haben mir gut gefallen. Man hat ihn auch öfter auf den Lokalseiten der Tageszeitungen sehen können, weil er sich mit Polizisten geprügelt hat und es zu Gerichtsverhandlungen kam. Im gestreiften Sakko stand er dann da mit seinem gepflegten englischen Schnurrbart, wie ein Herr - das war beeindruckend.

MÄCKLER: Und Botho Strauß?

HELNWEIN: Botho Strauß gab mir einige Beiträge für mein Buch Helnwein (1981), bevor sein Buch Paare, Passanten herausgekommen ist. Ihn kenne ich aber sonst nicht näher. Wen ich ganz gut kenne, ist Wolfgang Bauer. Er schrieb mit "Boulevard of Broken Dreams - Song for Helnwein" ein Gedicht auf mein James Dean-Bild.


(Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Maeckler,Verlag C.H.Beck, Seite 51)



MÄCKLER: Haben sich auch andere Literaten an Sie gewandt? Wolf Wondratschek beispielsweise oder Leute, die mehr zur Avantgarde gehörten?

HELNWEIN: Ja, der Wondratschek, das ist einer der wenigen Leute, die ein Bild von mir gekriegt haben, geschenkt - ohne zu bezahlen. Wir haben über Boxen geredet, über Muhammed Ali - der hat uns beide fasziniert. Und ich malte damals den Hurrican Rubin Carter. Das war ein Boxer, der lange Zeit unschuldig im Gefängnis verbracht hat, für den sich Muhammed Ali auch eingesetzt hat.

MÄCKLER: Bob Dylan schrieb einen Song..

HELNWEIN: Richtig. Und das Bild wollte der Wondratschek unbedingt.

MÄCKLER: Und hat es bekommen?

HELNWEIN: Ja.

MÄCKLER: Begegnungen mit anderen Künstlern - würden Sie ihnen großen Stellenwert beimessen?

HELNWEIN: Ja, unterschiedlich. Mit Manfred Deix verbindet mich eine Jahrhunderte alte, tiefe Freundschaft, H. C. Artmann, Wolfgang Bauer und seinen Sohn Jacky habe ich sehr gern. Und auch mit Heiner Müller habe ich immer wieder Kontakt gehabt. Er war mal hier in Burgbrohl, da arbeiteten wir mit Hans Kresnik zusammen an einem Stück über Artaud (1987).

MÄCKLER: Kann man bei Ihnen, dem ehemals miserablen, zumeist visuell durch Comic Strips geprägten Schüler ohne nennenswerten Schulabschluß, eine Entwicklung zur Literatur, und sei sie mit dem Theater verknüpft, feststellen?

HELNWEIN: Ich habe schon als Schüler bei den Jesuiten in Wien Theater gespielt und später mit Ludwig Hirsch, der heute Liedermacher ist, eine Art Paraphrase auf Wolfgang Bauers "Magic Afternoon" gemacht - er hat Gitarre gespielt und ich habe eine Stunde lang gerülpst.
In der Literatur haben mich immer die Leute hinter dem Werk interessiert: Norman Mailer kenne ich ganz gut und seine Tochter Damelle, mit der wir befreundet sind. Wenn man solche Leute trifft, dann dreht sich das kaum um Literatur, sondern immer um irgendwelche Exzesse.


(Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Maeckler,Verlag C.H.Beck, Seite 82)



MÄCKLER: Dennoch sind, was Exzesse angeht, diese Literaten eher Waisenkinder, introvertierte Einzelgänger, gemessen an den Rolling Stones, denen Sie erstmals 1982 begegneten.

HELNWEIN: Na ja - Norman Mailer hat einmal seine Frau im Vollrausch zum Fenster hinausgeworfen und William Burroughs wollte Wilhelm Tell spielen und seiner Frau ein Sektglas vom Kopf schießen, was nicht ganz gelungen ist, da beide so stoned waren, daß die Kugel schließlich 10 cm tiefer landete. Und Bukowski ist auch nicht gerade das, was ich mir unter einem Waisenknaben vorstelle. Das sind Leute, bei denen ich das Gefühl habe, da kannst du was lernen. Und mit Literaten und Musikern habe ich viel weniger Verständigungsschwierigkeiten als mit Malern, ehrlich gesagt. Das ist eine andere Disziplin, eine andere Welt; man ist vorurteilsfreier - vielleicht, weil es kein Konkurrenzdenken gibt. Und umgekehrt ist das wahrscheinlich ähnlich.
Normau Mailer findet die gegenwärtige Kunstszene unglaublich langweilig, und er hat einmal geschrieben: "Helnwein is one of the few exciting painters we haue today." Wer wollte ihm da widersprechen?
Heiner Müller hat mir einmal erzählt, daß er immer wieder mit Antonin Artaud verglichen wurde, was seine Arbeit betrifft - und er sieht ihm noch dazu unglaublich ähnlich, das ist das Erstaunliche. Nur deshalb, weil er immer wieder mit ihm verglichen wurde, habe er angefangen, Artaud zu lesen: Wer ist das überhaupt? Und so ist es oft. Ich habe ein Interview mit Keith Richards gelesen, in dem sie ihn nach seinem Verhältnis zu William Burroughs befragt haben. Da sagte er, er habe Burroughs gar nicht gekannt, aber er ist einfach auf ihn gestoßen, weil man seine Musik mit Burroughs' Texten verglichen hat. Das heißt, manchmal wird man durch die Medien draufgestoßen, und man fängt an, sich mit jemandem zu beschäftigen und zu fragen: Wer ist das überhaupt?


(Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Maeckler,Verlag C.H.Beck, Seite 83)



MÄCKLER: Sind die Rolling Stones für Sie auch spannende Gesprächspartner gewesen? Oder fand die Faszination auf einer anderen Ebene statt?

HELNWEIN: Mit den Stones konnten wir uns damals als Jugendliche total identifizieren - die haben all das gesagt und getan, was wir gern gesagt und getan hätten. Und sie sahen so aus, wie wir gerne ausgesehen hätten - sie haben die Sache auf den Punkt gebracht. Aber da waren auch noch Jim Morrison, The Who, Janis Joplin, Jimi Hendrix, die Beatles und viele andere. Jeder spürte damals: Da kommt etwas mit einer Macht und Urgewalt, die alles mit sich fortreißen wird, der die Gesellschaft nichts entgegenzusetzen hat. Der ganze ausgeklügelte, repressive Apparat mit all seinen Autoritäten begann zu wanken. Sehen Sie sich doch Keith Richards an: Was für ein Gesicht! Das Antlitz eines Erlösers! Ich habe die Stones 1983 in London getroffen. Es war nach Mitternacht in den Shepperton Studios, in einer riesigen leeren Halle, wo alles abgefuckt ist und mit Grafitti vollgesprüht -- nur ich und zwei Leute vom Stern -, da sind die Stones damals das erste Mal nach Jahren wieder zusammengekommen und haben sich einfach so freigespielt: Und das war das Beste, was ich je von ihnen gehört hab'. Also, wenn man Keith direkt gegenübersetzt und ihm dabei zusieht, wie er in die Saiten greift, dann ist Weihnachten - zur rechten Hand Gottes.


(Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Maeckler,Verlag C.H.Beck, Seite 86)



MÄCKLER: Ein Jahr davor, 1982, bietet Ihnen die Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg einen Lehrstuhl für Mediengestaltung an. Wäre ein akademischer Titel nach all dem Gerangel mit den Kunstexperten nicht die rechte Revanche gewesen: "Herr Prof. Helnwein" ...?

HELNWEIN: Ich wurde zu einem Gespräch eingeladen, kam hin und fragte, worum es geht. Da wurde ich aufgefordert, eine Probevorlesung zu halten. Ich wollte zwar nicht, aber die Studenten und die Professorenschaft warteten bereits im Hörsaal. Ich denke, das ist wirklich das letzte: eine Rede zu halten. Ich würde im Leben nirgends hingehen, wo ich eine Rede halten muß. Aber ich wurde überrumpelt, kam in den Saal, und da saß alles voll mit Studenten und Professoren, und alle warteten, daß ich ihnen mein Konzept erkläre oder was ich vorhabe.
Was mich beeindruckt hat, war zu sehen, wie die alle apathisch vor einem sitzen. Und da bekam ich plötzlich wieder das gleiche Gefühl wie in der Schule früher, nur saß ich diesmal auf der anderen Seite. Und ich habe gesehen, wie sie alle dasitzen, gebrochen, resigniert, kaputt, alle warteten nur, daß ich sage, wo's langgeht. Da dachte ich mir, das läuft hier falsch. Das ist einfach nicht das richtige System. Ich habe den ersten vorne aus dem Tiefschlaf aufgeweckt und gefragt: "Was willst du eigentlich? Warum bist du eigentlich da?" Der hatte keine Ahnung. Die meisten wußten gar nicht, warum sie eigentlich hier waren. Da fragte ich weiter: "Hast du jemals irgendwas gewollt, hast du jemals ein Ziel, einen Traum gehabt ...?" Und langsam ist es dann rausgekommen, daß jeder irgendwann mal sehr wohl etwas vorhatte, was dann nur verschüttet worden ist, zugeschissen durch schwachsinnige Kommentare von irgendwelchen Vorgesetzten. Und ich habe sie nur gefragt, was sie selbst wollen, um ihnen klarzumachen, daß nur ihre eigene Entscheidung wichtig ist. Die meisten warten immer bloß darauf, daß ihnen jemand sagt, ob sie genug Talent haben oder nicht. Dabei ist Talent, was immer das sein soll, kaum von Bedeutung - das einzige, was zählt, ist der Wille, die Intention. Ich kenne Leute, die sehr talentiert sind, aber niemals ein Kunstwerk zustande gebracht haben. Und ich kenne Leute, die sich als Künstler sehr wohl durchgesetzt haben, obwohl sie von der Geschicklichkeit, vom Zeichnerischen her extrem untalentiert waren.

MÄCKLER: Kannten Sie vor Ihrem Ruf wenigstens die Namen einiger Professoren von der Hamburger Fachhochschule für Gestaltung?

HELNWEIN: Nein. Ich habe dann meine Bedingungen gestellt. Erstens: Keine Aufnahmeprüfungen für meine Studenten. Wie kann jemand, der bis zum Abitur hoch manipuliert wird, Zeichnungen oder Bilder vorweisen, nach denen man irgend etwas bewerten kann, nach denen man bestimmen soll, ob jemand Künstler werden darf oder nicht? Wer soll so etwas überhaupt bewerten? Jeder müßte die Chance haben, aufgenommen zu werden.


(Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Maeckler,Verlag C.H.Beck, Seite 87)

Zweitens: Keine Altersbeschränkung! Ich möchte das Recht haben, einen Dreizehnjährigen aufzunehmen, oder eine Achtzigjährige. Ich kenne Leute, die mit acht Jahren tatsächlich wissen, daß sie Künstler sind und sein wollen. Und ich akzeptiere da keine Einschränkungen.
In Hamburg haben sie aber gesagt: "Das geht nicht. Das ist gegen das Gesetz." Ich bin jedoch von meiner Bedingung nicht abgerückt, und dann schrieben sie noch mehrmals und bemühten sich, aber ich habe schließlich abgelehnt.

MÄCKLER: Und es jemals bereut?

HELNWEIN: Nein.


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I. DIE BIOGRAPHIE ALS GESAMTKUNSTWERK
Die Kindheit, der Katholizismus und Donald Duck
Die Schule bei den frommen Ordensbrüdern
Die Höhere Graphische Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt
Die Akademie, Rudolf Hausner und die Revolution
Abschied von der Alma mater - Die frühen Jahre danach
Kunst für alle - Der internationale Durchbruch
Plakate und viel Theater - Skandale vor den heiligen Hallen
Dem Olymp der Hochkunst entgegen - Die zweite Hälfte der achtziger Jahre
Vom Bühnenbild zur Inszenierung

 

II. SELBSTPORTRÄT UND MENSCHENBILD
Der Stellvertreter als Revolutionär
Das Porträt als Rollenspiel

 

III. STARS - DIE HEILIGEN DER INDUSTRIEKULTUR
Malerei muß sein wie Rockmusik
Die Idole des 20. Jahrhunderts

 

IV. MASSE UND MUSEUM - ÜBER KUNST
Theorie, Kritik und Malerei
Die unendliche Reproduktion als künstlerische Herausforderung
Es gibt keine Tabus mehr - Im Kontext der Postmoderne

 

 

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Gottfried Helnwein im Gespräch mit Andreas Mäckler
Verlag C. H. Beck München 1992
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